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Wunderwerk Augen

Das Wunderwerk Augen ist von Natur aus nicht perfekt. Augen täuschen, schwächeln beim Sehen, beim Erkennen der Farben und verweigern die Arbeit in der Dämmerung. Was kann man tun? Dazu ein Gespräch mit unserem Klinikleiter Prof. Dr. med. Detlef Uthoff:


Frage:

Die Sehschärfe und das Sehvermögen sind bei jedem Menschen sehr individuell. Wie kann man sicher sein, wirklich optimal sehen zu können – auch mit entsprechenden Hilfen wie Brille, Kontaktlinsen oder nach einer Laser-OP?

Antwort:
Beim Sehvorgang muss grundsätzlich zwischen Sehschärfe und Sehvermögen unterschieden werden: Beim Sehtest wird die Sehschärfe mit Hilfe von Tafeln (Zahlen, Ziffern und E-Haken) überprüft. Durch die Anpassung einer Brille oder durch Kontaktlinsen wird versucht, die normale Sehschärfe zu erreichen. Gelingt das nicht, liegt u.U. eine Erkrankung der Augen oder eine angeborene Sehschwäche der Augen vor. Die Sehschärfe ist die maximale Fähigkeit des Netzhautzentrums zwei Punkte mit hohen Kontrastunterschieden (Schwarz zu Weiß) noch genau zu differenzieren. Je kleiner das erkannte Zeichen umso besser ist die Sehschärfe. 1.0 entspricht dabei einer Sehschärfe von 100 %. Diesen Wert erreichen die meisten Menschen. Der Wert kann aber auch bei 1.6 liegen, das heißt, das menschliche Auge hat eine Sehschärfe von 160 %. Liegt der Wert bei 0.5 bedeutet das immerhin schon eine Minderung des Sehvermögens um 50 %.


Frage:

Man unterscheidet zwischen Tages-Sehvermögen und Dämmerungs-Sehvermögen, das heißt Sehen am Tag und in der Dämmerung. Beim Optiker wird aber immer nur das Tages-Sehvermögen ermittelt, reichen solche Untersuchungen aus?

Antwort:
Die Optiker setzten standardisierte Sehtests ein und verfügen teilweise auch über Geräte, um das Dämmerungssehen zu überprüfen. Aber nicht alle besitzen Geräte, die, die Blendung in der Dämmerung testen. Die Untersuchungsmöglichkeiten reichen für die normale Sehschärfe aus, aber nicht, wenn es differenzierter sein muss. Wenn z. B. eine Nachtmyopie (Nachtkurzsichtigkeit), ein verschlechtertes Kontrastsehen, Dämmerungssehen oder erhöhte Blendgefahr vorliegen, können diese mit einfachen Sehschärfeuntersuchungen nicht festgestellt werden. Diese Untersuchungen kann nur ein Augenarzt durchführen.


Frage:

Was muss ich beachten, damit ich optimal am Tag und in der Nacht sehen kann?

Antwort:
Durch die Anpassungsverhältnisse des Auges auf den jeweiligen Lichteinfall in der Dämmerung werden Gegen- stände unschärfer und grauer gesehen. Bis im Dunkeln nur noch Grautöne und keine Farben mehr gesehen werden. Die Sehschärfe mindert sich in der Dämmerung ungefähr um die Hälfte und in der Dunkelheit verbleiben nur noch 10 Prozent. Das ist wichtig für Menschen, die im Dunkeln tätig oder unterwegs sind, wie Autofahrer oder Busfahrer. Unter Sehvermögen versteht man die gesamte Leistung des Sehvorgangs, also des Auges und der dazugehörigen Zentren im Gehirn. Das beinhaltet die Sehschärfe, das Sehen bei Dämmerung, außerdem das Gesichtsfeld, die Zusammenarbeit der Augen, das Farbensehen und das 3-D-Sehen.


Frage:

Was versteht man unter Gesichtsfeld?

Antwort:
Dazu gibt es eine einfache Übung, die das verdeutlicht. Strecken Sie beide Arme seitlich links und rechts von Ihrem Körper aus. Nehmen Sie Hände soweit zurück, wie es geht. Dann bewegen Sie die gestreckten Arme langsam nach vorn. Der Kopf bleibt dabei gerade, und die Augen schauen nach vorn auf einen Fixpunkt. Wenn Sie die Arme zum ersten Mal sehen, liegt vor Ihnen die Größe Ihres Gesichtsfeldes.


Frage:

Wie funktioniert das Farbsehen? Wie kann man es messen?

Antwort:
Das Farbsehen ist ein sehr komplizierter Vorgang und wird durch die Fähigkeit des Auges in Zusammenarbeit mit den darüber liegenden Sehzentren ermöglicht. Das vom Gegenstand gespiegelte Licht fällt durch die Pupillen auf die Netzhaut. Diese hat drei verschiedene Farbrezeptoren (Zapfen). Dabei handelt es sich um die Primärfarben des Auges (nicht mit dem Farbsystem, wie beispielsweise beim Fotografieren zu verwechseln). Die Primärfarben des Auges sind Rot, Grün, Blau. Aus deren Mischungen können alle anderen Farben hergestellt werden. Die Zapfen der Netzhaut werden entsprechend der Fabbestandteile der Farbe angeregt und über einen elektrischen Impuls an das Gehirn weiter geleitet.


Frage:

Einige Tiere sehen nur Schwarz-Weiß. Wofür brauchen wir Menschen die Farbe?

Antwort:
Das Farbensehen brauchen die Menschen – früher und auch heute – um zu überleben. Zum Beispiel um giftige Früchte und Beere voneinander zu unterscheiden.


Frage:

Das Farbensehen kann gestört sein durch eine Farbschwäche oder Farbblindheit. Welche Ursachen haben diese? Und werden sie geprüft?

Antwort:
Durch viele Einflüsse kann das Farbensehen eingeschränkt oder gar nicht vorhanden sein. Die einfachste Methode, um das Farbensehen zu testen sind Farbtafeln, bei denen ähnliche Farben in gleichen Kontrasten nebeneinander abgebildet werden. Die Tests ermitteln die Rot/Grün-Unterscheidung und Blau/Gelb-Unter-scheidung. Wenn bestimmte oder alle Tafeln nicht richtig gelesen werden, liegt eine Farbsehstörung vor. Das genaue Ausmaß wird mit dem Anomaloskop überprüft. Für bestimmte Berufe oder Tätigkeiten wie beispiels- weise für Elektroingenieure, Feinmechaniker, Lastwagenfahrer oder den Motorboot-Führerschein ist ein nur eine gewisse Farbschwäche erlaubt. Am häufigsten kommen Grünseh-Schwächen oder aber angeborene Farb- störungen vor. 7.5 % der Männer und 0,25 – 0,5 % der Frauen in Deutschland sind betroffen. Warum mehr Männer betroffen sind als Frauen, ist bisher nicht bekannt. Eine absolute Farbblindheit ist selten und kommt bei drei- bis viertausend Menschen vor.


Frage:

Was kann das Farbsehen noch beeinflussen?

Antwort:
Die Rezeptoren im Auge, die für das Farbensehen zuständig sind, können durch altersbedingte Veränderungen der im Bereich des scharfen Sehens beeinflusst sein. Oder durch eine Trübung der Hornhaut, der Linse oder des Glaskörpers des Auges.


Frage:

Was ist absolute Farbblindheit?

Antwort:
Die Achromatopsie ist angeboren und der Betroffene kann nur Grautöne erkennen. Bei kompletter Ausprägung werden keine Farben erkannt, da die Zapfen (Farbrezeptoren) nicht arbeiten. Das ist wie Schwarz-Weiß-Fernsehen.


Frage:

Kann mangelndes Farbensehen auch eine Folge von Medikamenten sein?

Antwort:
Ja. Es gibt Medikamente wie Malariamittel, die sich in der Netzhaut ablagern. Man sollte also immer genau die Beipackzetteln lesen.


Frage:

Kann man das Farbensehen verbessern?

Antwort:
Nein, da kann leider nichts getan werden.


Frage:

Wie wirken sich Migräne und Kopfschmerzen auf das Sehvermögen aus?

Antwort:
Sie können kurzfristig zu Sehschwankungen und auch Aussetzern beim Sehen führen.


Frage:

Ist das Auge ein perfektes Sehsystem?

Antwort:
Nein. Bei der Korrektur einer Fehlsichtigkeit durch Brille, Kontaktlinsen oder Laser werden die Weit- oder Kurzsichtigkeit und die Hornhautverkrümmung ausgeglichen. Jedoch hat das menschliche Auge noch zuätzliche Fehler, die sogenannten Aberrationen. Die Wellenfront-Darstellung ist am besten geeignet, um optische Aber- rationen darzustellen. Fallen parallele Lichtstrahlen in die Augen, dann werden sie im indealen aberrationsfreien Fall in genau einem Punkt fokussiert. Bei einem normalsichtigen Auge liegt dieser in der Mitte der Netzhaut. In der Realität ist dies kaum der Fall. Die Wellenfronten weichen nach Durchtritt durch die Hornhaut und LInse von der Idealform ab und der Blickpunkt ist unscharf und verzogen. Die Aberrationen können also zu einer Ver- schlechterung des Sehvermögens führen. Seit etwa 10 Jahren ist es möglich, diese Verzerrungen mit dem Aberrometer (Wellenfrontanalyser) zu messen und mit Hilfe des Lasers und LASIK zu korrigieren. Die Aber- rationen beeinträchtigen vor allem bei weiter Pupille, z. B. nachts das Sehvermögen. Durch eine Brille oder durch Kontaktlinsen können diese Aberrationen nicht korrigiert werden. Die Korrektur ist nur durch die refraktive Hornhautchirugie (LASIK/LASEK) möglich.


Frage:

Was genau heißt aberrationsgeführte Lasik? Und welche Vorteile hat das berührungsfreie Verfahren?

Antwort:
Bei der individuellsten, sozusagen maßgeschneiderten Form der Lasik wird das Auge zuerst mit einem Aberrometer vermessen. Aus dieser Messung wird der Betrag des zu entfernenden Hornhautgewebes an jeder Stelle der Hornhaut genau berechnet. Dann erfolgt der Gewebeabtrag mit dem Flying-Spot-Laser. Unsere Klinik ist hier führend in ganz Europa und einen der modernsten Laser der Welt (Schwind Amaris-Laser). Er arbeitet extrem präzise und gleicht alles aus, was zu einer noch besseren Sehschärfe führen kann. Diese Spitzentechnologie wird noch kombiniert und mit einem Fento-Sekundenlaser. Er mach die Augenlaser-behandlung noch sicherer und schonender für unsere Patienten. Bisher wurde bei der Korrektur von Sehfehlern mit einem “Minihobel” eine dünne Lamelle der Hornhaut des Auges abgetrennt und aufgeklappt. Mit dem Femto-Sekundenlaser erfolgt die Darstellung und das Aufklappen der Hornhautlamelle absolut berührungsfrei und senkt damit das Risiko gegen Null. Es kommt bei der Gewebeabtragung also kein mechanisches Gerät zum Einsatz, was eine echte Sensation ist. Nur wenige Kliniken in Europa verfügen heute über diese moderne Tech- nologie und können eine solch hohe Sicherheit bei laserchirurgischen Eingriffen bieten.


Frage:

Zur aktuellen Forschung des Sehens Inwieweit wird heute per Chip eingegriffen?

Antwort:
Bei Netzhautblinden wird ein Chip vor oder hinter der Netzhaut gesetzt. Es wird dabei mit elektrischen Impulsen gearbeitet. Wenn der Sehnerv intakt ist, kann der Mensch so Umrisse erkennen, aber nicht mehr. Ist der Sehnerv nicht in Ordnung, gibt es keine Chance etwas zu sehen.


Weitere Informationen:

www.augenklinik-bellevue.de

Adresse

AUGENKLINIK BELLEVUE

Lindenallee 21 - 23
24105 Kiel
Tel.: 0431 / 301 08-1000
FAX: 0431 / 301 08-40


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